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REST-API und Webhook: Wo liegt der Unterschied?

Beide verbinden Systeme, aber die Richtung ist umgekehrt — und daraus folgt fast alles andere: Aktualität, Aufwand und die Frage, was bei einer Störung passiert.

  • Für wenProjektverantwortliche, IT-Verantwortliche
  • NiveauMittel
  • Lesezeitetwa 7 Minuten
  • Stand16. Oktober 2026

Das lernen Sie

  • Was eine REST-Schnittstelle ausmacht
  • Was ein Webhook ist und wer dabei anruft
  • Welche Kosten jedes Muster mitbringt
  • Warum man beides oft zusammen baut

REST: Ihr System fragt

Bei einer REST-Schnittstelle stellt Ihr System die Anfrage und bekommt eine Antwort. Die Adresse benennt dabei die Sache, die Methode die Absicht.

HTTPBeispielhafte Anfrage
GET /api/v1/auftraege?seit=2026-10-16 HTTP/1.1 Host: beispiel.de Authorization: Bearer <Zugangsschluessel> Accept: application/json # Antwort HTTP/1.1 200 OK Content-Type: application/json {"auftraege": [{"nummer": 10244, "status": "offen"}]}
GET holt, POST legt an, PATCH ändert, DELETE entfernt. Der Statuscode sagt, ob es geklappt hat — 2xx bedeutet Erfolg (200 mit Inhalt, 201 angelegt, 204 ohne Inhalt), 4xx einen Fehler des Anfragenden, 5xx einen des Zielsystems.

Der praktische Vorteil: Ihr System bestimmt den Zeitpunkt. War es eine Stunde nicht erreichbar, fragt es danach einfach wieder. Voraussetzung ist, dass die Schnittstelle den verpassten Zeitraum noch liefert, etwa über einen Zeitfilter mit ausreichender Aufbewahrung; Änderungen, die nur den aktuellen Stand betreffen, sind dann nicht rekonstruierbar.

Webhook: das andere System ruft an

Bei einem Webhook hinterlegen Sie beim anderen System eine Adresse. Passiert dort etwas, schickt es eine Anfrage an diese Adresse — ohne dass Sie gefragt haben.

Der Vorteil ist die Aktualität: Der Vorgang ist in Sekunden bei Ihnen statt beim nächsten Abruf. Der Preis sind drei Dinge, die es bei der Abfrage nicht gibt: Ihre Adresse muss von außen erreichbar sein, Sie müssen prüfen können, dass die Meldung echt ist, und Sie brauchen einen Plan für verlorene Meldungen.

Der letzte Punkt wird am häufigsten übersehen. War Ihr System für zwanzig Minuten nicht erreichbar, hängt es vom anderen System ab, ob es die Meldung wiederholt — und ob es das oft genug tut.

Ein Beispiel aus der Praxis

Warum man beides zusammen baut

Die übliche Lösung ist nicht entweder-oder, sondern beides: Webhooks für den Normalfall, dazu eine regelmäßige Abfrage als Netz darunter, die nachträgt, was nicht angekommen ist. Das wirkt doppelt und ist die Antwort auf die Frage, was bei einer Störung passiert.

Damit das funktioniert, muss die Verarbeitung wiederholbar sein: Dieselbe Meldung zweimal verarbeitet darf keinen zweiten Vorgang erzeugen. Dafür trägt jede Meldung eine eindeutige Kennung, die das empfangende System sich merkt.

Welches Muster passt?

  • Daten dürfen bis zum nächsten Morgen alt sein → Abfrage, womöglich sogar als nächtlicher Dateiabgleich.
  • Daten müssen in Minuten da sein → Webhook plus Abfrage als Netz.
  • Das andere System bietet nur eines von beidem → die Entscheidung ist bereits gefallen.
  • Ihr System ist von außen nicht erreichbar → Abfrage, denn ein Webhook kann Sie nicht erreichen.

Häufige Missverständnisse

Er ist aktueller und aufwendiger. Für viele betriebliche Abläufe ist die Abfrage die robustere Wahl.

JSON ist üblich, aber nicht die Definition. Entscheidend sind die Adressierung über Ressourcen, die Bedeutung der Methoden und die Statuscodes.

Es heißt, dass die Anfrage angenommen wurde. Ob der Vorgang im Zielsystem auch fachlich entstanden ist, sagt erst die Antwort darauf.

Weiterführende Quellen

Über den Autor

Fabian Lücker ist geschäftsführender Gesellschafter der PHP-Schmiede KG in Rheine und seit 2007 in der Softwareentwicklung tätig. Er verantwortet Entwicklung und Konzeption und schreibt hier über Entscheidungen, die in echten Projekten anfallen.