Menschliche Freigaben in automatisierten Abläufen
Eine gute Automatisierung muss nicht jeden Fall selbst entscheiden. Sie muss erkennen, welchen Fall sie nicht entscheiden kann — und ihn so vorlegen, dass die Entscheidung schnell fällt.
Das lernen Sie
Wo die Entscheidung bei einem Menschen bleibt
Umgekehrt gilt: Ein Freigabeschritt, bei dem in neunundneunzig von hundert Fällen zugestimmt wird, ist keine Entscheidung, sondern ein Haken. Er kostet Zeit und erzeugt den Eindruck von Kontrolle, ohne welche auszuüben.
Was eine gute Vorlage enthält
Die Qualität eines Freigabeschritts entscheidet sich daran, ob die Person entscheiden kann, ohne erst etwas nachzuschlagen. Vier Angaben gehören dazu:
Der zweite Punkt ist der, der am häufigsten fehlt. „Bitte prüfen" ist keine Vorlage; „Der Rabatt liegt über 20 Prozent und braucht deshalb eine Freigabe" ist eine.
Ein Beispiel aus der Praxis
Woran Freigaben scheitern
Drei Muster, die sich wiederholen:
Alle drei lassen sich beim Entwurf lösen: Vertretung festlegen, eine sichtbare Liste offener Freigaben führen, und eine Frist samt Eskalation vereinbaren — nach n Tagen geht der Vorgang an die nächste Stelle oder zurück an den Absender.
Freigaben müssen nachvollziehbar sein
Zu jeder Entscheidung gehört festgehalten: wer, wann, mit welchem Ergebnis und auf welcher Grundlage. Das ist kein Misstrauen, sondern die Voraussetzung dafür, später eine Frage zu beantworten — und im Zweifel auch die Grundlage, die Regeln zu verbessern.
Eine Auswertung, welche Fälle wie oft vorgelegt und wie entschieden wurden, zeigt nach wenigen Wochen, welche Freigaben echte Entscheidungen sind und welche man durch eine Regel ersetzen kann.
Häufige Missverständnisse
Über den Autor
Fabian Lücker ist geschäftsführender Gesellschafter der PHP-Schmiede KG in Rheine und seit 2007 in der Softwareentwicklung tätig. Er verantwortet Entwicklung und Konzeption und schreibt hier über Entscheidungen, die in echten Projekten anfallen.